Der deutsche Mittelstand vs. die französischen „ETI“

In der Rangliste der Top 500 der globalen Unternehmen ist Frankreich mit etwa 40 Konzernen ebenso gut vertreten wie Deutschland. Jedoch ist auch bekannt, dass die mittelständischen Unternehmen in Frankreich -die „ETI“ (Umsatz von 50 bis 1.500 Mio. €) – mit nur 4.400 Gesellschaften viel weniger zahlreich sind als in Deutschland mit rund 12.500 Gesellschaften. Dabei verzeichnen Familienunternehmen, die sich meist durch eine langfristigere Orientierung auszeichnen, ein viel höheres Wachstum an der Börse als die großen Konzerne. Sie schaffen zum einen Arbeitsplätze und machen zum anderen in den Regionen, in denen sie angesiedelt sind, einen wichtigen Wirtschaftsfaktor aus. Während in Deutschland 55% der Familienunternehmen weitergeführt werden, beträgt diese Zahl in Frankreich lediglich 14%.

Was verursacht diesen Unterschied? Er ist vorrangig darauf zurückzuführen, dass die Unternehmensübergabe in Frankreich sehr viel kostenintensiver ist als in Deutschland. Zudem nötigt die Vermögenssteuer -Impôt Sur la Fortune- oftmals Familienangehörige, die gleichzeitig Aktionäre sind, ihre Anteile zu verkaufen. In Deutschland hingegen lässt sich als Gegenleistung für die Bemühung zur Aufrechterhaltung von Arbeitsplätzen die Übergabe von Unternehmensanteilen vollständig von der Steuer absetzen; eine Politik, die Anreize für mittelständische Unternehmen schafft, sich dauerhaft weiterzuentwickeln und von einer Generation auf die nächste übertragen zu werden.

E. de la Villegeorges

Quellen: challenges.fr


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